Das Fach Werken
Im Unterrichtsfach Werken entwickeln die Schüler/-innen durch den Erwerb umfangreichen Wissens und insbesondere praktischer Fertigkeiten zur Werkstoffbearbeitung die erforderlichen Kompetenzen, um Werkstücke unter gestalterischen und funktionalen Aspekten selbst zu planen und anzufertigen.
Zum einen erlangen die Kinder und Jugendlichen Wissen und handwerkliche Fertigkeiten, welche sich konkret auf das Fach beziehen, etwa:
- Kenntnisse über die Eigenschaften der Werkstoffe: Holz, Metall, Papier/Pappe, Plastische Massen (wie Ton), Kunststoff und daraus sich ergebende …
- Techniken der Werkstoffbearbeitung, wie: Schneiden, Falzen, Kleben, Sägen, Feilen, Schleifen, Polieren, Formen und Verformen …
- Kenntnisse über die Werkzeuge und Werkhilfsmittel (z. B. Messwerkzeuge) sowie deren Handhabung
- Sicherheitsaspekte bezüglich der Werkstoffe und der Werkzeuge
Zum anderen fördert das Fach Werken übergeordnete Aspekte der Persönlichkeit, z. B.:
- Fantasie und Kreativität
- Fähigkeit zu planvollem Denken und Handeln
- Durchhaltevermögen
- Ästhetische Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeit
- Grundlegendes technisches Verständnis
- Kulturelles, ökonomisches und ökologisches Bewusstsein: Einblicke in die kulturellen und wirtschaftlichen Bedingungen verschiedener Epochen und die Betrachtung von Umweltbezügen fördern ein allgemeines Bewusstsein für kulturelle, wirtschaftliche und ökologische Zusammenhänge.
Auch entwickeln die Lernenden ihre Kommunikationsfähigkeit: Die Kinder und Jugendlichen kommunizieren während des Gestaltungsprozesses fortwährend durch und über ihre Werke; untereinander sowie mit der unterstützenden Lehrkraft. Ferner stellen gemeinsame Werkbetrachtungen der Schülerarbeiten einen wichtigen Aspekt des Unterrichtes dar. So gewöhnen sich die Schüler und Schülerinnen an die kriteriengeleitete und sachliche Darlegung gegenseitigen Lobes und konstruktiver Kritik in der Gruppe und erleben diese als persönlich fördernd und wertschätzend.
Nicht zuletzt kann der Werkunterricht durch die eigene praktische Arbeit und die weitere Beschäftigung mit handwerklichen und industriellen Arbeitstechniken der beruflichen Orientierung dienen.
Da fliegt was in der Luft!
Im Fach Werken möchten wir in diesem Schuljahr besonders die kreative Idee unseres Mitschülers Felix Böck aus der Klasse 6 b hervorheben, die für viel Freude und spannende Ergebnisse im Werken-Unterricht sorgte. Als die Schüler in einer Werken-Stunde den Vorschlag machten, Papierflieger zu falten, erzählte Felix spontan, dass er sich besonders für Flugzeuge interessiere und bereits mehrere Bücher zum Thema gelesen habe. So habe er etwa die Flugapparate des Luftfahrtpioniers Otto Lilienthal studiert und eigene Flugzeug-Konstruktionen aus Schaschlikspießen gebaut. Schnell waren, inklusive der Lehrkraft, alle begeistert von dieser Idee, aus solch einfach und günstig zu beschaffendem Material Flugzeugmodelle herzustellen, sodass das nächste Unterrichts-Thema geboren war. Zwar ist das Fügen mittels Heißkleber (Schutzhandschuhe vorhanden) keine klassische Methode, jedoch eröffnet es große kreative Spielräume, da man sehr schnell arbeiten und in nahezu allen möglichen Winkeln konstruieren kann. Alle Arbeitsschritte, wie das Skizzieren, Messen, Trennen (Zusägen mit der Puksäge) und Kleben der dünnen Holzstäbchen fordern und fördern in hohem Maße die Feinmotorik. Nach den ersten flachen Modellen, bei denen die Flugeigenschaften im Vordergrund standen, verlegten wir uns auf das Flugzeug als Raumkörper in der typischen Anmutung des Modellbaus, sodass man das Ergebnis zum Beispiel als Dekoration zuhause an die Decke hängen kann. Besonders ansprechend fanden die Schüler, dass sie völlige Freiheit in der Formfindung hatten. Die zur Ideenfindung zur Verfügung gestellen Abbildungen von verschiedenen Flugzeugmodellen wurden kaum aufgegriffen: Jeder war sofort mit seiner ganz eigenen Konstruktion beschäftigt, was sich auch in den vielfältigen Ergebnissen unserer Schüler und Schülerinnen vom einfachen Modell bis hin zur beeindruckenden Flugzeugkreation widerspiegelt.
Wir danken Felix für seinen wertvollen Beitrag, der den Werken-Unterricht gleich mehrerer Klassen bereichert und das Gemeinschaftsgefühl sowie den Austausch von Ideen gefördert hat.
Auf weitere inspirierende Einfälle in der Zukunft!
Gregor Lihotzky















