Gemeinsam stark gegen Mobbing!

An unserer katholischen Schule wollen wir ein christliches Menschenbild mit positiven Werte- und Normvorstellungen vermitteln, sowie eine wertschätzende und positive Lernatmosphäre schaffen, in der sich jeder Schüler und jede Schülerin individuell entfalten kann und dabei keine Angst haben muss, für seine Individualität, Einzigartigkeit oder Herkunft von seinen Mitmenschen diskriminiert zu werden. Mobbing ist eine besonders schwerwiegende Art der Diskriminierung und stellt ebenso eine schwerwiegende Störung der Lernatmosphäre dar. Mobbing gilt im Allgemeinen als Verstoß gegen die Menschenwürde, als Verletzung des Persönlichkeitsrechtes und entspricht demnach auch nicht unserer christlichen Wertevorstellung. Um an unserer Schule Mobbing keine Chance zu geben und eventuellen Opfern zügig und nachhaltig helfen zu können, hat die PRMRS ein pädagogisches Konzept, sowie verschiedene Interventionsmethoden erarbeitet, die sie im Wesentlichen auf 4 Säulen stützten:

Die 4 Säulen gegen Mobbing an der Erzbischöflichen Pater-Rupert-Meyer Realschule

1. Grundlagen und Haltung:

Basis für ein positives Schulklima ist eine angenehme Lernatmosphäre, die sich durch Wertschätzung und respektvolles Verhalten auszeichnet. Sie ist unverzichtbare Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Unsoziales Verhalten und nicht gelöste Konflikte können die Effektivität des Unterrichts einschränken, beeinträchtigen das Schulklima, stören den Lernprozess und mindern die Lernergebnisse. Um eine positive Grundhaltung an unserer Schule zu erreichen, die erst gar keinen Nährboden für Diskriminierung und Mobbing bietet, ist es von großer Bedeutung ein positives und empathisches “Zusammen-Lernen“ zu etablieren. Dazu zählt auch die Haltung der Pädagogen, die Bereitschaft zeigen, Konflikte unter Schülern konstruktiv und nachhaltig lösen zu wollen und die Schüler so in ihrer Entwicklung weiter positiv bestärken wollen.

2. Prävention:

In verschiedenen Jahrgangsstufen werden gezielte und dem Stand der Schüler angepasste Präventionsprogramme durchgeführt. Zum einen, um die Schüler und Schülerinnen über Sachverhalte aufzuklären und zum anderen, um Empathiefähigkeit und Gemeinschaftsdenken zu fördern. Dadurch entsteht in den Klassen eine Basis, in der Mobbing erst gar nicht oder nur sehr schwer entstehen kann.

  • Sozialtraining in den Klassen 5./6., (hier als Prävention, kann in höheren Jahrgangsstufen auch zur Intervention angewendet werden)
  • Programme gegen Cybermobbing in den Klassen 7./8.,
  • Programm “Zam-Grauft“ in der 5.Klassen
  • Projekte zum Thema Mobbing in der 9./10. Klassen
  • Präsentationen des Präventionsteams “Mut“ in allen Jahrgangsstufen (welches gleichzeitig auch als Anlaufstelle für eventuell betroffene Schüler dient)
  • Kurzinterventionen und Klassengespräche

 

Zu den präventiven Maßnahmen unserer Schule gehören auch, von der Schulgemeinde installierte Hilfsangebote bzw. Anlaufstellen, wie z.B. das jeweilige Klassleiter Team, die Vertrauenslehrer und Vertrauenserzieher, das Präventionsteam “MUT“, die Schulseelsorge und der Schulpsychologe.

 

3. Intervention

Falls es doch zu schweren Konflikten und/oder Mobbing kommt, stellen wir den Schutz des Opfers an oberste Stelle. Daher arbeiten wir an der PRMRS (je nach Art der Vorfälle) mit 3 verschiedenen systemischen Ansätzen um zu intervenieren:

  • Der Ansatz des “No- Blame Approach“(NBA): Dabei handelt es sich um eine Methode ohne Schuldzuweisung, gekoppelt mit einem eingesetzten Helfer-System durch ausgewählte Mitschüler. Gearbeitet wird hierbei mit den betroffenen Schülern und einer Unterstützergruppe (s. www.no-blame-approach.de/schritte.html)
  • Der Ansatz des “Sozialtrainings und systemische Mobbingintervention“(SMI): Dabei handelt es sich um ein 2-tägies Sozialtraining mit der gesamten Klasse, in das eine Mobbingintervention ein gebettet ist. (s. https://www.konflikt-kultur.de/sozialtraining-und-mobbingintervention.html) Das Sozialtraining kann präventiv eingesetzt werden (in der 5./6. Klasse) oder mit der eingegliederten Mobbingintervention auch bei akuten Vorfällen durchgeführt werden.
  • Der Ansatz der “Systemischen Kurzintervention“ (SKI): Dabei handelt es sich um eine Intervention, an der die ganze Klasse beteiligt ist. Diese Intervention wird eingesetzt, wenn sofortiger Handlungsbedarf besteht oder wenn das Opfer anonym bleiben soll. Ebenso ist diese Methode wirksam, wenn es sich um Cyber-Mobbing handelt.

 

4. Nachsorge

Bei allen pädagogischen und systemischen Methoden zur Prävention und Intervention, ist die Nachsorge der Programme genauso wichtig, wie die eigentliche Durchführung. Es muss sichergestellt werden, dass die vereinbarten Regeln und Umgangsformen auch zukünftig eingehalten werden. Nur so kann nachhaltig gegen Mobbing vorgegangen werden. Hierfür werden, je nach Art der Prävention oder Intervention, zusammen mit den Betroffenen, der gesamten Klasse und/oder den Klassleiterteams in regelmäßigen Abständen Reflexionsgespräche geführt und so sichergestellt, dass Konflikte und Mobbing langfristig beendet wird. (Lernzielkontrolle)

Falls ein Kind oder ein Jugendlicher Opfer von Mobbing-Attacken ist, sollte es unbedingt Hilfe suchen! Es kann sich jederzeit an alle pädagogischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Schule wenden! Die Anti- Mobbing- Beauftragte wird dann aktiv und kann mit Hilfe der oben genannten Verfahren zur Entlastung aller Beteiligten beitragen. Wenn nötig, werden auch die betroffenen Eltern kontaktiert.

Bitte versuchen Sie als Eltern nicht, das Problem „auf eigene Faust“ zu lösen. Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Situation dadurch noch verschlimmern kann. Nehmen Sie stattdessen mit uns Kontakt auf und geben sie uns als Schule die Change, die Konflikte dort zu lösen, wo sie hauptsächlich entstehen.

Sabrina Sigl (Mobbingbeauftragte, Sozialtrainerin)